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Silke, was war der Auslöser, warum du dich für das Leadership-Programm von Ten More In entschieden hast?

Seit einiger Zeit habe ich das Programm sehr genau verfolgt und hatte schon öfter vor mich endlich anzumelden. Bisher gab es für mich jedoch nicht den richtigen Zeitpunkt, denn auch wenn das Programm offiziell „nur“ sechs Wochen läuft, habe ich selbst an mich die Anforderung, alle vermittelten Inhalte bestmöglich zu verstehen, direkt weiterzudenken und am Ende auch anzuwenden. Dies erfordert einen gewissen zeitlichen Rahmen über die eigentlichen Coaching-Sessions hinaus.
Am Ende bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es wohl nie den idealen Zeitpunkt geben wird, an dem man unendlich viel freie Kapazitäten hat.
Um nun aber die Frage zu beantworten: Immer wieder bin ich in Situationen gekommen, in die ich viel Zeit und Energie gesteckt habe, das Ergebnis aber nicht immer das war, was ich mir erwünscht hatte. Vom Leadership-Programm habe ich mir erhofft, weiteren Input über Strukturen und Wege der Selbstverantwortung zu erhalten, Handlungsweisen von Personen besser verstehen und meine Energie besser fokussieren zu können. Das unglaubliche Netzwerk mit über 2.000 Alumnas und weiteren Lerninhalten, welches einem nach erfolgreichem Abschluss des Programms lebenslang offen steht, war natürlich ebenfalls ein großer Treiber.

Und ich muss sagen: Ich wurde nicht enttäuscht. Weder vom Programm mit all seinen Coaches, meinem Close Circle, mit dem ich mich weiterhin regelmäßig austausche und auch dem Netzwerk aus den unterschiedlichsten beeindruckenden Frauen aus allen Branchen.
Jeden Tag bekomme ich so weiterhin wertvolle Impulse, stehe im Austausch mit tollen Persönlichkeiten und bin immer wieder beeindruckt, wie hier „Wissen teilen ohne eine Gegenleistung zu erwarten“ gelebt wird.
Ich hatte tatsächlich bereits mehrfach das Vergnügen, anderen Frauen mein Wissen weiterzugeben, ebenso hatte ich aber auch bereits das große Glück, dass Frauen mit mir ihr Know-how geteilt haben.
Es macht einfach großen Spaß, denn das ist wirklich Wertschätzung auf allen Ebenen. Diese Art von Umgang miteinander würde ich mir in anderen Bereichen manchmal sehr wünschen.

Gab es einen Gedanken, ein Modell oder eine Erkenntnis aus dem Programm, die deine Sicht auf Führung nachhaltig verändert hat?

Ehrlicherweise nicht nur eine ;-). Die ersten zwei Wochen des Programms kamen mir anfangs etwas spirituell vor und ich wusste nicht so recht, ob es das richtige für mich ist und wo die Reise hingehen wird. Es ging um die inneren Antreiber und die eigenen Glaubenssätze und daher auch viel um die persönliche Kindheit. Zu Beginn konnte ich das noch nicht wirklich einordnen und es fiel mir schwer zu verstehen, wieso das so wichtig für die nächsten Schritte ist. Dies wurde mir dann aber immer klarer und es hat sich alles wie ein Puzzle zusammengefügt. Die Glaubenssätze begleiten uns das ganze Leben und beeinflussen unser Denken, Handeln und wie wir uns fühlen. Jeden Tag. Mal mehr, mal weniger bewusst. Sie können konstruktiv oder auch limitierend sein. Sie sind nicht angeboren, sondern werden uns (meist in der Kindheit) angelernt. Das Verständnis über diese eigenen Glaubenssätze und das Reflektieren, legen erst den Grundstein für persönliche Veränderung. Das war eine elementare Erkenntnis.
Das Herausfinden der eigenen Glaubenssätze war aber extrem schwer für mich, die Erkenntnis darüber umso wertvoller.
Denn sie ermöglicht mir jetzt erst, meine Verhaltensmuster zu erkennen und so bei Bedarf auch ändern zu können. Das ist für mich ein sehr relevanter Hebel. Denn ich kenne nun meine Triggerpunkte und kann so den Raum zwischen Reiz und Reaktion selbst gestalten. Dazu ist es gut zu wissen, dass unser Gehirn unter Stress wie ein Dampfkochtopf funktioniert: Unser limbische System arbeitet in diesen Situationen immer vor dem kognitiven. Das heißt unser rationales Denken ist erst einmal ausgeschaltet. Umso wichtiger ist es, diesen ersten Moment manchmal abzuwarten, um dann klar reagieren zu können.

Welche konkrete Veränderung hast du seit dem Programm in deinem Arbeitsalltag umgesetzt – und welche Wirkung konntest du beobachten?

Von Woche zu Woche konnte ich mehr in meinen Alltag integrieren und umsetzen. Und das macht das Programm für mich auch so unendlich wertvoll. Es ist anwendbar, während andere Programme oft nur in der Theorie stattfinden.

Ein gutes Beispiel ist das Thema „Abo & Mitgliedschaften“.
Nein, ich meine hier nicht das Spotify Abo oder die Gym-Mitgliedschaft.
Jeden Tag gehen wir mehr oder weniger bewusst (oder eben auch nicht) Mitgliedschaften und Abos mit unserem Gegenüber ein.
Eine kurze Erläuterung:
Wir kennen es alle, wenn wir relativ unbedeutend mit Floskeln wie „Na, alles gut?“ um uns werfen und ehrlich gesagt gar keine konkrete oder aussagekräftige Antwort darauf verlangen. Bekommen wir dann jedoch eine konkretere Antwort als das übliche „Ja, läuft. Und bei dir?“ wie z.B. “Nicht so gut. Meinem Haustier geht es schlecht. Ich mache mir Sorgen.“ (ACHTUNG: nur ein Beispiel!), hängen wir oft schon kopfüber in der Mitgliedschaft und dem daraus folgenden Abo.
Denn oftmals nehmen wir uns nicht die Freiheit zu entscheiden, möchte oder kann ich mit meinem Gegenüber die nächsten Wochen über dieses Thema weiter sprechen? Möchte oder kann ich jeden Tag fragen, wie es dem Tier geht? Oder lieber nicht. Nicht, weil mich mein Gegenüber und mögliche Herausforderungen der Person nicht interessieren, sondern weil es in meiner Rolle (Achtung: nur beruflicher Kontext) vielleicht zu viel Raum einnehmen würde und ich meiner Rolle so nicht mehr klar nachkommen könnte.
Vor allem, wenn ich nicht ein Mal am Tag so entscheide, sondern zehn Mal.
Ich habe für mich selbst festgestellt, dass ich bisher jede Mitgliedschaft und damit jedes Abo eingegangen bin, was mir angeboten wurde. Das ist erst einmal gar nicht schlimm, denn ich habe das ja auch aus Empathie und dem ehrlichen Interesse für das Gegenüber gemacht. Aber ich habe reflektierend auch gemerkt, dass es Zeit und damit Energie beansprucht, die ich (immer aus der Sicht meiner Rolle als Head of Consulting heraus) nicht immer aufwenden kann und möchte. Das klingt nun vielleicht erst einmal hart. Ist es in meinen Augen aber nicht. Es ist ehrlich und aufrichtig. Wenn ich mich mit etwas befasse, dann richtig und mit all meiner Energie. Und nicht nur als eine Floskel zwischen Tür und Angel. Man kann durchaus nett sein und trotzdem „Nein“ sagen. In meiner täglichen Arbeit merke ich, wie viel Raum es mir auf einmal gibt. Auch wenn es in der Umsetzung nicht immer so einfach ist ;-)

Als Agentur arbeiten wir täglich mit Menschen, Marken und unterschiedlichen Perspektiven. Welche Leadership-Kompetenz hältst du heute für besonders wichtig – und warum?

Ich habe erkannt, dass man zu oft Eigenschaften oder Verhaltensweisen im Vergleich zu sich selbst bewertet. Ein fiktives Beispiel: Ein Mitarbeitender hat ein anderes Tempo als man selbst beim Erledigen von Dingen. Erledigt die Projekte aber ebenso gut oder vielleicht am Ende auch besser. Ich habe oft die Erwartungshaltung gehabt, dass der Mitarbeitende ebenso schnell arbeitet, wie man es selbst tun würde. Das Ergebnis vielleicht außer Acht lassend. Die Erkenntnis darüber, dass alle Mitarbeitenden anders funktionieren, weil andere Antreiber und Glaubenssätze mitgebracht werden, war sehr wertvoll für mich und meine tägliche Arbeit. Es hat mich gelassener gemacht im Umgang mit diesen Situationen und hat mir ein tiefes Verständnis gegeben, dass man nicht von sich auf andere schließen kann und soll.

Eine weitere Erkenntnis war, dass jede Stärke auch eine Schwäche mitbringt und andersherum. Oft haben mich die Stärken so stark eingenommen: ich war begeistert, was die Person alles kann. Dabei habe ich aber oft nicht gesehen, dass immer auch Schwächen dazu gehören, die ebenso berücksichtig werden sollten.

Wieder ein Beispiel: Wer gerne sehr kreativ und freidenkend unterwegs ist, dem wird es vermutlich schwerer fallen in vorgegebenen Prozessen zu arbeiten. Dies beim jeweiligen Gegenüber zu erkennen und zu berücksichtigen ist unheimlich wichtig, um die richtigen Personen an den richtigen Stellen einzusetzen. Dies ist gerade bei Personalentscheidungen essenziell.

Wenn du eine Erkenntnis aus den sechs Wochen an andere Führungskräfte oder angehende Führungskräfte weitergeben könntest: Welche wäre das?

Darf es auch mehr als eine Erkenntnis sein?

Joker: „Der Name Ten More In basiert auf dem Gedanken: Wenn du einen Platz am Tisch hast, öffne die Tür für zehn weitere. Was bedeutet dieser Gedanke für dich persönlich?“

Wissen zu teilen war für mich schon immer ein großer Antreiber. Nicht jeder muss sich alles selbst aneignen, wenn man Zugang zu tollen Menschen mit unterschiedlichsten Kompetenzen und Erfahrungen hat. Ten more in lebt diesen Gedanken durch und durch. Das Bemerkenswerteste für mich ist, dass dies unter den Frauen im Netzwerk immer mit so einer Wertschätzung geschieht, die ich bisher so noch nicht erlebt habe. Niemand erwartet etwas, alle sind bereit zu geben. Ganz ohne Ego-Show. Und das ist einfach großartig.

Wir bedanken uns ganz herzlich für deine ehrlichen Insights und freuen uns auf spannende Perspektivwechsel. Schön, dass du dabei bist!

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